In diesem Jahr ist es mir besonders aufgefallen. Immer mehr Pferde reagieren im Bereich von Widerrist und Trapezmuskel empfindlich. Vor ein paar Tagen habe ich mir bei einem Pferd einen Sattel angesehen und mich gewundert, warum der Sattel recht gut liegt, dass Pferd sich aber am Trapezius kaum anfassen ließ. Als die Besitzerin des Pferdes die Winterdecke wieder auflegte, war mir klar, woher das Pferd die Probleme hatte. Die schwere Winterdecke lag stramm auf dem Widerrist auf, das Material war stabil, aber dadurch sehr schwer. Die Decke hatte keine Gehfalten und war unvorteilhaft geschnitten.

Ganz schnell werden solche Rückenprobleme auf den Sattel geschoben, die Decke, die bis zu 24 Stunden auf dem Pferderücken liegt, wird nicht beachtet.
Decken können auch Scheuerstellen verursachen, die zu kahlen Stellen oder gar Wunden führen können. Auch das sieht man extrem häufig.

Achten Sie darauf, dass die Winterdecke optimal und anatomisch für den Pferderücken geschnitten ist. Im Zweifelsfall sollten Sie eine Decke mit sogenanntem Highneck verwenden. Diese Decken sind am Hals hoch geschnitten und liegen so nicht mit dem ganzen Gewicht auf dem Widerrist. Achten Sie auch auf eine gute Polsterung im Widerristbereich! Achten Sie auf die richtige Größe und nehmen Sie nicht zu schweres Material.
Aufgesattelt hat ein spezielles System entwickelt. Es ist einfach, fast jede Decke ist damit nachrüstbar. Wir werden dies in Kürze auf unserer Homepage präsentieren.
 

Warum nicht. Gebraucht heißt ja nicht immer gleich verbraucht. Gute Sättel werden mit guter Pflege einige Jahrzehnte alt. Problem ist bei den alten Sätteln nur manchmal, dass die alten Formen nicht unbedingt auf jedes moderne Pferd passen. Manchmal sind jedoch alte Sättel ohne Keilkissen eine optimale Lösung für ein Pferd, aber das muss natürlich immer individuell bestimmt werden.

Worauf muss ich achten, wenn ich einen gebrauchten Sattel kaufe?
Es ist natürlich nicht so einfach, den passenden Sattel zu finden. Ich empfehle, keinen Sattel auf Verdacht, z.B. über das Internet zu kaufen. Auch wenn man Modell X von Firma Z in Kammerweise 31 von Freundin Y probiert hat, ein Sattel wird in reiner Handarbeit gefertigt, hier ist nichts genormt. Außerdem weiß man nicht, ob der Sattel mal verändert wurde und inwieweit sich der Sattel dem vorherigen Pferd (en) angepasst hat.

Ich empfehle, einen gebrauchten Sattel immer anpassen zu lassen. Es empfiehlt sich ebenfalls, die alte Polsterung komplett zu erneuern. Also die gesamte Polsterwolle muss raus aus dem Sattelkissen, eine neue Füllung dann hinein. So kann sich der gebrauchte Sattel optimal dem neuen Pferd anpassen.

Wenn die Sättel viel gebraucht wurden, sollte man auf die Sitzfläche achten. Manchmal sind im Bereich der Sitzhöcker Kuhlen auf der Sitzfläche. Der neue Besitzer könnte ggf. davon gestört werden, weil dessen Anatomie anders ist.
Ein weiteres Manko könnte sein, dass der Sattelbaum sozusagen ausgeleiert, verzogen (z.B. vom Aufsteigen) oder gar gebrochen ist. Hier ist das Auge eines Sattlers gefragt.

Ein gebrauchter Sattel ist meist gut eingesessen und weicher im Leder, als ein neuer. Manchmal wurden die Sättel jedoch falsch gepflegt. Ein nie gefetteter Sattel ist genauso unschön, wie ein Sattel, der vor Lederöl nur so trieft. Genau das ist ein Mangel, den man auf Fotos nicht sehen kann. Da kann man schon mal schnell die berühmte „Katze im Sack“ kaufen. Vertrauen Sie daher auf den Sattler.

Um Kosten zu sparen lohnt es sich auf jeden Fall, einen gebrauchten Sattel zu kaufen. Dennoch ist eines immer das A und O: lassen sie auch den gebrauchten Sattel anpassen. Ich komme gern zu Ihnen, auch wenn Sie einen Sattel woanders erstanden haben oder erstehen wollen, sprechen sie mich an!

Jetzt möchte ich nur noch erwähnen, dass ich immer rund 50 gebrauchte Sättel auf Lager habe. Die Preise beginnen ab ca. 80,- EUR. Es ist meist eine große Auswahl vorhanden: Dressursättel, Vielseitigkeitssättel, Springsättel, Westernsättel, baumlose Sättel,… Sprechen Sie mich an!

Es gibt sie in Hülle und Fülle auf dem Markt: Sattelunterlagen. Neben farblich abgestimmten Schabracken in den verschiedensten Absteppungen und aus den verschiedensten Materialien gibt es noch viele andere Sattel-Unterlagen. Das Gelkissen wurde vor etlichen Jahren auf dem Markt gebracht, um Druckstellen zu verhindern und um eine dämpfende Wirkung zu erzielen. Herkömmliche Gelkissen sind meiner Meinung nach keine optimalen Hilfsmittel, um Druckstellen auszugleichen. Liegt das Gelkissen nicht korrekt und faltenfrei unter dem Sattel, kann es erst recht zu Druckstellen kommen. Gelkissen ohne eingearbeitete Wirbelsäulenfreiheit haben zudem die schlechte Eigenschaft, dass sie sich stramm unter den Sattel legen, ein Einkammern ist fast unmöglich. In diesem Moment wird Gewicht auf die Wirbelsäule des Pferdes umgeleitet. Meist sind die Gelkissen auch zu klein und zu kurz, die Kanten drücken. Der sogenannte Tennisschläger, ein rundes Kissen mit „Stiel“ ist meines Erachtens eine total katastrophale Lösung, einen Sattel im hinteren Sattelkissen in die Höhe zu bekommen. Der „Stiel“ wird in den Wirbelkanal geklemmt. Jetzt gibt es regelrecht keinen Kissenkanal mehr, es kommt enormer Druck auf die Wirbelsäule. Viele Kissen tragen sehr auf, sie sind oft sehr dick. Durch dicke Kissen wird es automatisch auch vorne am Kopfeisen, also in der Kammer enger. Oft zu eng. Bei einer Sattelanpassung ist zu beachten, ob ein Lammfell unter den Sattel gelegt werden soll. Eigentlich sollte ein Sattel ohne irgendwelche Unterlagen, bis auf eine leichte Schabracke oder Satteldecke, passen. Hin und wieder sind jedoch Lammfellunterlagen empfehlenswert. Wenn ein Pferd beispielweise durch einen vorher unpassenden Sattel eine Athrophie des Trapezmuskels erlitten hat, ist es oft sinnvoll, vorübergehend ein Lammfell zu verwenden. Die Ortweite (im Volksmund Kammerweite) wird größer gewählt, um dem Muskel Platz zu lassen, damit er sich neu aufbauen kann. Oft liegen die Sättel dann jedoch am Widerrist auf. Hier empfehle ich ein Lammfell. Und zwar ein Lammfell, welches erstens im Wirbelkanal kein Fell hat (Wirbelsäule bleibt frei) und zweitens ein Lammfell oder Kissen, bei dem man mit Einlagen die Stärke variieren kann. Man kann nach und nach, so wie sich der Muskel regeneriert eine Einlage heraus nehmen, später das Lammkissen meist sogar ganz weglassen. Bei sehr empfindlichen Pferden oder Springpferden kann jedoch ein gutes Lammfell-Kissen ständig unter dem Sattel bleiben. Bedenken Sie jedoch, dass sich das Pferd daran gewöhnt. Oft ist es schwierig bei an Lammfell gewöhnte Pferde dieses nach ein paar Jahren einfach weg zu lassen. Ein weiteres Problem von dicken oder gar mehrschichtigen Unterlagen sehe ich darin, dass man sowohl sehr weit weg vom Pferderücken sitzt als auch, dass alles sehr in Schwimmen und Wackeln kommt.

Sicher hat es jeder schon einmal gehört: Der Sattel Modell Samson von der Firma Sesamstraße paßt auf jedes Pferd.
Es gibt durchaus Sättel, welche aufgrund ihrer Bauart sehr flexibel sind und auf vielen Pferden passen. Aber kein Sattel paßt (so wie er ist) sowohl auf einen kugelrunden Haflinger, als auch auf einen superschmalen Vollblüter.
Dies ist ein sehr krasses Beispiel. Manch einer sagt sich jetzt, ich würde einen Elefanten mit einer Ameise vergleichen. Das ist richtig, aber es ist nicht so abwegig, dass jemand einen Sattel auf sehr unterschiedliche Pferde legt und die “kleinen Unterschiede” mit fünf Unterlagen ausgleicht.
Die Pferderücken sind so individuell wie die Character der Pferde. Es scheint oft, dass Pferde “gleich gebaut” sind. Nur wenn man genauer hinschaut, erkennt man die feinsten Unterschiede. Das bedeutet, dass ein Sattel nie 100% ig auf zwei oder mehr verschiedene Pferde passen kann. Es wird immer irgendwo ein Kompromiss eingegangen.
Ein Sattel formt sich dem Pferderücken kann, die Polsterung gleicht sich der Rücken- und Muskulaturform an.
Das bedeutet, dass ein Sattel, der ständig auf einem anderen Pferd liegt, sich erstens immer wieder umformen muss und zweitens nie richtig ans Pferd anpassen kann.
Ein absolutes Unding ist meiner Meinung nach, dass der Reiter “seinen” Sattel hat. Das Pferd muss “seinen” Sattel haben. Wenn der Reiter auf diesem nicht sitzen kann, sollte man über die “Reitkünste” nachdenken. Ich gehe davon aus, wenn ein Pferd öfter geritten wird, kann dem Pferd ein Sattel ermöglicht werden, der beiden paßt.
Wenn bei einer großen sportlichen Entscheidung die Pferde getauscht werden, werden plötzlich die Sättel getauscht. Man hört dann den Komentator sagen: “Das Pferd Rosinante kommt mit fremden Reitern nicht zurecht und ist daher sehr unkooperativ…” hat sich eigentlich noch nie jemand Gedanken gemacht, dass der Sattel so schlecht leigt, dass das Pferd den fremden Reiter nicht aufsteigen lassen möchte?
Bitte laßt den Pferden ihre Sättel. Wenn der Reiter im fremden Sattel nicht über die Sprünge kommt sieht man, wo die waren Künste liegen.
Also jedem Pferd seinen eigenen angepaßten Sattel. Dann klappt es auch!
Deshalb werden bei uns gebrauchte Sättel grundsätzlich dem Pferd angepaßt. Fast immer werden die Sättel neu gepolstert, damit sich der Sattel dem Pferd neu anpassen kann. Dann kappt es auch mit dem Gebrauchten!

Als Sattler hat man es nicht leicht. Man ist verantwortlich dafür, dass der Sattel optimal auf dem Pferd passt. Soviel ist einleuchtend.  Manchmal ist man aber dafür verantwortlich, dass das Pferd durch Rückenprobleme, Rittigkeitsprobleme oder Reiterprobleme nicht läuft.  Das bedeutet: oft wird es auf den Sattel geschoben, obwohl vielleicht das Pferd Rückenprobleme hat. Nicht selten erhalte ich auf die Anfrage, ob das Pferd mit dem meines Erachtens krankem Rücken in Behandlung eines Tierarztes, Pferde-Physiotherapeuten oder Pferde-Osteopathen ist, eine Verneinung. Wir Sattler sollen also den Sattel richten, der möglicherweise die Ursache der Rückenschmerzen ist. Fraglich ist, warum niemand geholt wird, der dem Rücken die entsprechenden Therapien zur Rehabilitation ermöglicht.
Wenn das Pferd mit dem korrigiertem Sattel noch nicht so läuft, wie gewünscht, ist dann ganz schnell die Arbeit des Sattlers mies.  Zum Vergleich: Ein Loch im Fahrradreifen muss man flicken und reparieren. Wenn ich den platten Reifen einfach nur neu aufpumpe, ist die Ursache – also das Loch im Reifen – noch nicht behoben. Der Reifen ist schnell wieder platt.

Mehr und mehr verschwindet jedoch dieses Problem. Die Reiter sind bewusster geworden und lassen meist ergänzend sowohl Sattler, als auch Tierarzt checken, warum das Pferd z.B. beim Putzen den Rücken wegdrückt.

Ein viel größeres Problem sind eigentlich die selbsternannten Sattler, also die, die den Beruf in keinster Weise erlernt haben. Klar gibt es Ausnahmen, es gibt sowohl schlechte gelernte Sattler, als auch gute ungelernte Sattler. Letzteres ist jedoch Mangelware.

Immer wieder stößt man auf völlig falsch gepolsterte Sättel. Riesige Hügel, gerade in Bereichen in denen so wenig Druck wie möglich entstehen soll, nämlich an den Enden des Trapezmuskels. Oder aber auch große „Kartoffelacker“, so nennen wir Sattler eine harte, knubbelige Polsterung. Oder aber das krasse Gegenteil: kaum Polsterwolle, so dass der Sattel bis auf die Wirbelsäule durchrutscht. Als Sattler lernt man, wie man anatomisch korrekt polstert. Ein unbedachtes „Wolle hineinstopfen“ macht den Sattel meist schlechter als vorher. Aber: ein ungelernter Sattler hat es ja auch nicht gelernt, sondern sich nur angeeignet, wie soll er also die Kriterien der Sattelanpassung vereinen?

Viel schlimmer ist meines Erachtens jedoch, dass den Reitern Märchen erzählt werden. Oft genug habe ich Sättel vorliegen, die schon einmal vor Kurzem neu gepolstert wurden. Mit einer „Spezialpolsterung“. Wow, solch eine „irische Spezialwolle“ ist anscheinend sehr umweltfreundlich. Handelt es sich dabei um Recycling? Interessant, wenn man solche Sättel mit Spezialpolsterung neu polstert und die alte Füllung entfernt, da die Polsterung so wie sie ist, gar nicht funktioniert hat. Da kommen drei bis vier verschiedene Polsterwollen zum Vorschein. Naturwolle, graue Wolle (die von Anfang an im Sattel war), synthetische Wolle und faserige Bastelwolle. Alles verträgt sich miteinander so gut, dass sich ein großer knubbeliger Wust daraus bildet. Fraglich ist, ob diese Polsterung den Sattel verlassen hat, etwas frisch aufgebauscht und wieder eingefüllt wurde, oder nie den Sattel verlassen hat, aber mit 120,- EUR als Neupolsterung dem Kunden in Rechnung gestellt wird. Das Ganze wird dann umschmückt: da wird das Pferd „vermessen“, die Reiterin ausgiebig beim Reiten beobachtet, usw. Auch so lässt sich Kompetenz vorgaukeln.

Wenn das noch nicht genug ist, wird dem Reiter noch gesagt, man habe den Sattelbaum „ausgetauscht“, da er nicht optimal zum Pferd passen würde.
Wenn, dann wird ein Kopfeisen ausgetauscht, nicht der Sattelbaum. Der Austausch eines Sattelbaumes ist sehr aufwendig, wird nur bei defektem Sattelbaum sinnvoll und kostet dann zwischen 200,- und 400,- EUR. Interessant ist übrigens auch, wie man es schafft, einen solchen Sattelbaum auszutauschen, ohne dass selbst der Sattler Spuren eines Austauschens sieht.

Meist ist darauf zu schließen: Entweder wurde der Sattelbaum einfach auseinandergedrückt, ohne den Sattel zu öffnen, oder nicht mal dies ist passiert.

Deshalb: Wenden Sie sich immer an den gelernten Sattler!