Lederpflege von Reitsportartikeln
Sättel und Reitsportzubehör kosten Geld, daher ist die Pflege dieser teuren Utensilien besonders wichtig.
Man möchte besonders lange Freude daran haben. Nur stellt sich die Frage, wie Pflege ich Sattel und Co. am besten?
Leder ist nicht gleich Leder. Nicht nur die Gerbung macht den Unterschied am Leder. Beim Leder spielen folgende Eigenschaften eine Rolle:
1. von welchem Tier ist das Leder: Rind, Kalb, Schaf,….?
2. ist es gespaltenes Leder?
3. ist es aufgerauht?
4. wie ist es gegerbt?
5. Wie ist die Oberfläche zugerichet? Wie ist es gefärbt, gefettet,…..
Leder sind mindestens so unterschiedlich, wie es verschiedene Pferderassen gibt.
Also müssen die Utensilien des Reiters auch unterschiedlich gepflegt werden.
Zäume und Sättel sollen mit Wasser und Sattelseife gereinigt werden. Wichtig: Seife wieder richtig abspülen bzw. abwaschen!
Danach mit dem guten Lederfett mit einem Lappen oder Schwamm einfetten.
Bei den Trensen muss man besonders bei Nasenriemen und Sperriemen auf Pflege achten, da durch den Speichel des Pferdes und das Abwaschen des Gebisses das Leder besonders leidet. Sperriemen können alternativ auch gelegentlich mit gutem Lederöl geölt werden.
Lederöl wird nur verwendet, wenn es entweder sehr altes, brüchiges Leder ist, oder es wird für Leder verwendet, bei dem der Einsatz von Lederöl vorausgesetzt ist. (Besonders im Westernbereich gibt es geöltes Leder, welches am schönsten erhalten bleibt, wenn es regelmäßig nachgeölt wird.
Wenn ich höre, dass jemand Leder in einem Eimer in Öl “einlegt”, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.
Das Öl greift auf Dauer das Fasergefüge des Leders an, es macht es schwammig, nach einer Zeit bilden sich Risse im Leder. (das sieht man z.B., wenn jemand seine Lederreitstiefel regelmäßig ölt. Die Stiefel bekommen erst so spröde Falten, sacken richtig ein und dann reißt das Leder auf. Lederöl greift unter anderem auch die Nähte an.
Lederstiefel sollten nur mit klarem Wasser abgewaschen werden, dann mit Schuhcreme gepflegt und poliert werden.
Lederstiefel dürfen nicht gefettet oder gar geölt werden!!!! Wer wabbelige, mit Löchern versehene Stiefel haben möchte, kann Fett oder Öl einsetzen.
Rauhleder von vielen Barocksätteln sollte man feucht abwischen und mit einer Rauhlederpflege (z.B. für Schuhe) pflegen. Lederfett würde das Nubuk-Leder glatt machen. Man kann auch Gummibürstchen einsetzen, die das Leder wieder aufrauhen. Ist ehemaliges Rauh-Leder irgendwann ganz glatt “gesessen”, kann man es ganz vorsichtig mit sehr feinem Schleifpapier wieder aufrauhen. Aber vorsichtig an Nähten, diese könnten evtl. aufgescheuert und somit beschädigt werden.
Leder benötigt auf jeden Fall regelmäßig Fett, so wie unsere Haut auch Pflege braucht! Es gibt auch Sattelseifen mit intregierter Pflege (Ölseife), dennoch ist ein Komplettprogramm mit Lederfett immer besser.
Sattelstrippen sollten nicht gefettet oder geölt werden. Sie sind in der Regel aus geschmeidigem Chromleder, welches kein Fett benötigt. Werden Strippen immer fleißig gefettet oder geölt… Schon mal nasses gefettetes Leder angefasst? *Flutsch*
Die Sitzfläche eines Sattels benötigt natürlich auch Lederpflege! Sie wird genauso beansprucht. Schon mal diese kleinen Risse im Leder auf der Sitzfläche gesehen? Das nennt sich Schweißbruch. Dies kommt vom Reiterschweiß, kann aber sicher durch Pflege verhindert werden! Oft wird behauptet, dass die Sitzfläche nicht gefettet werden sollte, da man sonst das Fett in der Reithose hat, es rutschig wird (meist klebt man jedoch durch das Fetten besser im Sattel), usw. Wer jedoch seinen Sattel lange benutzen möchte, pflegt den Sattel komplett.
Sehr oft fällt auf, dass die Sättel auf der Unterseite nicht gut genug gepflegt werden. Trotz Satteldecke dringt immer wieder Pferdeschweiß an das sogenannte Schweißblatt des Sattels durch. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Sattel auch von der Unterseite gut gepflegt wird. Dass durch die Sattelpolsterung durch eine Bearbeitung mit Lederfett verklebt und verklumpt ist absoluter Humbug. Mann müßte schon sehr extrem das Leder einölen, bis das Öl bis in die Polsterwolle des Kissen dringt. Ich habe bisher noch keinen Sattel vorgefunden, die durch Lederfett oder Lederöl “versifft” war und ich habe schon viele tausende Sättel auseinander genommen. Gute Sattelpolsterungen nehmen gar nicht erst Fett auf.
Letzenendes ist natürlich das Mittelmaß an Pflege zu wählen. Zu wenig schadet genauso, wie zu viel Pflege.
Man kann kein festes Maß festlegen, es hängt von vielen Faktoren ab. Wie oft wird geritten, wo wird geritten (ein Sattel, der ständig Staub und regen abbekommt ist durchaus pflegebedürftiger, als ein Sattel, der nur in der Reithalle benutzt wird), usw. Versuchen Sie, das richtige Maß zu finden. Ein normal beanspruchter Sattel sollte ca. 1x pro Monat Sattelseife und Lederfett sehen…