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Archiv für September 2010

Isländer Sättel

Hin und wieder bearbeite ich Islandpferdesättel. Schon oft habe ich gedacht: Ui, der Sattel ist aber schon alt. Dann hörte ich jedoch vom Besitzer, dass der Sattel 2 Jahre alt sei. Wie das? Das Leder ist brüchig, Nähte sind offen und einer 2cm dicke Schmandschicht bedeckt ggf. den Sattel (die meisten sind eigentlich sauber).
Aber wovon ist das Leder so brüchig?

Aha, jetzt erfahre ich, wie der Sattel benutzt wird. Mit einem schwabbeligen Gelkissen, pur, sonst nichts. OK, jetzt dämmert es...

Die Satteldecke oder Schabracke ist dazu da, den Sattel vor Schmutz zu schützen, nicht, wie man denken könnte, um das Pferd vor den Sattel zu schützen. Die Sattelunterlage saugt Schmutz und Schweiß auf. Benutzt man nun keine Satteldecke, dringen Schweiß und Schmutz ins Leder ein. Dadurch wird das Leder erst hart, dann brüchig.

Benutzt man den Sattel blank, ist es erforderlich, nach jedem Reiten diesen von Schmutz und Schweiß zu befreien. Nach dem Reinigen sollte als Pflege ein Lederbalsam aufgebracht werden. Dennoch leidet der Sattel mehr, als ein Sattel, der von einer Unterlage geschützt wird.

Zum Gelkissen ist noch zu sagen, dass ich nicht davon überzeugt bin, das Gelkissen pur auf den Pferderücken zu legen. Gelkissen sind immer recht schwer und liegen auf der Wirbelsäule auf. Außerdem wurde schon festgestellt, dass Gelkissen die Muskulatur sozusagen verschieben.

Fakt ist, eine normale Satteldecke unter einem angepasstem Tötsattel ist das idealste.