Artikel-Schlagworte: „Gelkissen“
Sattelunterlagen
Es gibt sie in Hülle und Fülle auf dem Markt: Sattelunterlagen. Neben farblich abgestimmten Schabracken in den verschiedensten Absteppungen und aus den verschiedensten Materialien gibt es noch viele andere Sattel-Unterlagen. Das Gelkissen wurde vor etlichen Jahren auf dem Markt gebracht, um Druckstellen zu verhindern und um eine dämpfende Wirkung zu erzielen. Herkömmliche Gelkissen sind meiner Meinung nach keine optimalen Hilfsmittel, um Druckstellen auszugleichen. Liegt das Gelkissen nicht korrekt und faltenfrei unter dem Sattel, kann es erst recht zu Druckstellen kommen. Gelkissen ohne eingearbeitete Wirbelsäulenfreiheit haben zudem die schlechte Eigenschaft, dass sie sich stramm unter den Sattel legen, ein Einkammern ist fast unmöglich. In diesem Moment wird Gewicht auf die Wirbelsäule des Pferdes umgeleitet. Meist sind die Gelkissen auch zu klein und zu kurz, die Kanten drücken. Der sogenannte Tennisschläger, ein rundes Kissen mit „Stiel“ ist meines Erachtens eine total katastrophale Lösung, einen Sattel im hinteren Sattelkissen in die Höhe zu bekommen. Der „Stiel“ wird in den Wirbelkanal geklemmt. Jetzt gibt es regelrecht keinen Kissenkanal mehr, es kommt enormer Druck auf die Wirbelsäule. Viele Kissen tragen sehr auf, sie sind oft sehr dick. Durch dicke Kissen wird es automatisch auch vorne am Kopfeisen, also in der Kammer enger. Oft zu eng. Bei einer Sattelanpassung ist zu beachten, ob ein Lammfell unter den Sattel gelegt werden soll. Eigentlich sollte ein Sattel ohne irgendwelche Unterlagen, bis auf eine leichte Schabracke oder Satteldecke, passen. Hin und wieder sind jedoch Lammfellunterlagen empfehlenswert. Wenn ein Pferd beispielweise durch einen vorher unpassenden Sattel eine Athrophie des Trapezmuskels erlitten hat, ist es oft sinnvoll, vorübergehend ein Lammfell zu verwenden. Die Ortweite (im Volksmund Kammerweite) wird größer gewählt, um dem Muskel Platz zu lassen, damit er sich neu aufbauen kann. Oft liegen die Sättel dann jedoch am Widerrist auf. Hier empfehle ich ein Lammfell. Und zwar ein Lammfell, welches erstens im Wirbelkanal kein Fell hat (Wirbelsäule bleibt frei) und zweitens ein Lammfell oder Kissen, bei dem man mit Einlagen die Stärke variieren kann. Man kann nach und nach, so wie sich der Muskel regeneriert eine Einlage heraus nehmen, später das Lammkissen meist sogar ganz weglassen. Bei sehr empfindlichen Pferden oder Springpferden kann jedoch ein gutes Lammfell-Kissen ständig unter dem Sattel bleiben. Bedenken Sie jedoch, dass sich das Pferd daran gewöhnt. Oft ist es schwierig bei an Lammfell gewöhnte Pferde dieses nach ein paar Jahren einfach weg zu lassen. Ein weiteres Problem von dicken oder gar mehrschichtigen Unterlagen sehe ich darin, dass man sowohl sehr weit weg vom Pferderücken sitzt als auch, dass alles sehr in Schwimmen und Wackeln kommt.