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Computerdruckmessung von Sätteln
Satteldruckmessung, Satteldruckanalyse
In den letzten Jahren wurden immer mehr Systeme entwickelt, um mittels Computer des Druck messen zu können, der vom Sattel ausgeht.
Mittels Matten, in denen sich Sensoren befinden, werden Druckspitzen farblich auf dem Monitor dargestellt. Nachdem es diese Systeme in der ersten Zeit nur gab, um den Druck, den der Sattel verursacht, im Stand zu messen, wurden Systeme entwickelt, bei denen Pferd und Reiter in Bewegung sind.
Uns Sattlern ist bewußt, dass es viele Sättel gibt, die nicht auf dem Pferd passen. Diese gibt es nicht nur, weil der Kunde seinen Sattel z.B. nicht regelmäßig nachsehen läßt oder sich ein Pferd gravierend verändert hat, diese gibt es auch, weil sie am Pferd falsch angepaßt wurden.
Das vom “Fachmann” angepaßte Sättel nicht zwingend passen müssen, ist allen klar. Ebenso ist klar, dass Sattler auch nur Menschen sind, denen handwerklichen Fähigkeiten Grenzen gesetzt sind. Man kann manchmal nicht aus einem Traktor einen Formel 1-Wagen machen. Technische Grenzen gibt es immer wieder. Man mag den Sattel in der Schulter optimal angepaßt bekommen, stellt dann aber fest, dass der Sattel im Trab “klappert” und sich hinten anhebt. Hin und wieder hört der Sattler dann vom Physiotherapeuten: “der muss doch hinten mehr gepolstert werden” Würde man dies tun, kommen zig andere Probleme zu Tage. Tendenziell besteht leider das Problem, dass technisch nicht alles umsetzbar ist, so müssen zwingend immer Kompromisse eingegangen werden. Ich bin so frech und behaupte, von 1000 angepaßten Sätteln paßt nur einer hundertprozentig, alle anderen haben, sei es noch so geringfügig, einen Kompromiss in der Passform.
Wird jetzt ein Computermess-System eingesetzt, kommen diese Kompromisse entweder zu Tage, oder man Sieht, dass sich das Problem, dass vielleicht erst vorne am Widerrist entstand, plötzlich nach hinten verlagert hat. Bei der Computermessung kann man dann aber dieses Problem durch Einstellungen in der Software rasch wegzaubern. Diesen Trick hat jemand verraten, der selbst mit der Computerdruckmessung arbeitet. Ich will damit sagen, dass die Messungen von Sätteln mittels PC Lug und Trug sind? Nicht unbedingt. Wenn man damit umgehen kann, kann auf jeden Fall dadurch Klarheit geschaffen werden.
Meiner Meinung nach wird bei den Messungen jedoch nicht nur der Druck gemessen, den der Sattel verursacht. Auch der Druck, den der Reiter verursacht, wird zwingend auf die Messmatten übertragen. Sitzt der Reiter schief, falsch im Schwerpunkt oder unelastisch im Sattel, kann das bei der Messung nicht einfach so unbeachtet bleiben. Der Sattel kann also noch so perfekt angepaßt sein, hat der Reiter z.B. eine schiefe Wirbelsäule, überträgt sich dass auf den Sattel und somit weiter auf das Pferd. Das fällt natürlich besonders bei baumlosen Sätteln auf, da sättel mit Baum die Schiefe noch relativ gut kompensieren.
Jetzt könnte man meinen: Warum polstert man dann nicht den Sattel schief?
Genauso, wie auch meiner Meinung nach der Sattel bei assymmetrisch bemuskelten Pferden nicht assymmetrisch gepolstert werden darf, sollte auch wegen des schiefen Reiters der sattel nicht schief gepolstert werden. Kein Sattler kann den Sattel so perfekt schief polstern, wie es der Schiefe des Pferdes oder Reiters entspricht.Die Probleme würden an anderen Stellen auftauchen. Der sinnvolle Weg, an eine Schiefe heran zu gehen, ist immer noch eine Korrektur über Training, Therapie und Schulung!
Ich werde oft gefragt, wie ich es mir mit dem bloßen Auge merken kann, wie der Sattel zu ändern ist. Dazu kann ich nur sagen: entweder man hat das Gespür und sieht und fühlt, wie ein Sattel zu ändern ist, oder man hat den Beruf verfehlt. Klar geht es nicht immer gleich glatt, es kann immer mal sein, dass eine Nachkorrektur eines frisch passend gepolsterten Sattels notwendig ist. Dazu fahren wir ja auch zu unseren Kunden immer wieder hin, wenn sie es wünschen oder wenn sie unsicher sind, ob der Sattel vielleicht doch noch nicht richtig liegt.
Dazu fahren wir mitunter 5-6 mal zum Kunden, bis der Sattel perfekt paßt. Das ist jedoch ein seltener Fall und noch seltener passiert es, dass der Sattel nach unserer Anpassung doch nicht richtig paßt. In diesem Fall helfen wir, einen anderen, besser passenden Sattel zu finden. Der Fall, dass von uns angepaßte Sättel absolut nicht anpassbar sind, läßt sich an einer Hand abzählen.
Wir sind natürlich immer darauf angewiesen, dass sich der Kunde bei uns meldet, wenn es Probleme mit dem von uns geänderten Sattel gibt. Sich ärgern und sagen “Schon wieder ein Sattler, der den sattel nicht hinbekommen hat”, frustriert zu schimpfen, aber sich nicht noch mal bei uns zu melden… Da kann ich nur sagen, selbst Schuld. Bei uns muß keiner frustriert aufgeben.
Wir hören übrigens sehr oft: “Da waren schon 3 andere Sattler dran.” Später stellt sich dann heraus, dass es sich gar nicht um gelernte Sattler handelt. Schade, dass jeder, der an einem Sattel herumfingert oder einen sattel verkauft von den Reitern “Sattler” genannt wird.
Jede Krankenschwester im Krankenhaus ist doch auch nicht gleich eine Ärztin, oder? Was nicht heißen soll, dass es keine “Nicht-Sattler” gibt, welche Sättel anpassen können. wiederum gibt es ja leider auch sattler, die gravierende Fehler bei Anpassungen von Sätteln machen. Wobei man nicht alles als Fehler werten kann. Jeder Sattler arbeitet anders, jeder hat eine andere Technik und viele Wege führen nach Rom.
Wir in jedem Fall arbeiten ohne Seil und doppeltem Boden. Wenn ein Sattler Messgitter oder gar die Computermessung verwendet, heißt dass nich, dass er schlecht arbeitet. Ich möchte hier nur sagen, dass es durchaus üblich ist, einen Sattel mit Auge und Gefühl passend machen zu können. Wir können nicht während des Reitens unter den Sattel gucken. Manchmal sieht ein Sattel perfekt passend aus, aber das Pferd läuft nicht drunter. Fakt ist in jedem Fall, dass sie sich die 100,- bis 200,- EUR bei uns sparen, die Sie für eine Computerdruckmessung ausgeben.
Leider fällt uns sehr oft auf, dass das Problem nicht der Sattel ist. Durch andere Ursachen haben die Pferde Rückenschmerzen. Oft ist dann nur der Sattel “schuld”. Wir möchten Ihnen als Reiter nahe legen, den Rücken des Pferdes ebenso, wie den Sattel regelmäßig überprüfen zu lassen.